Balance Proof

DeFi Wallet Nachweis fürs Finanzamt: So machst du DEX, Staking, Lending und LP-Positionen prüfbar

Veröffentlicht: 2026-02-25 · Aktualisiert: 2026-02-25 · 11 Min.

DeFi ist technisch transparent (on-chain), aber steuerlich und dokumentarisch komplex: keine zentrale Stelle mit Jahresauszügen, viele Ereignistypen und oft Multi-Chain-Setups mit Bridges sowie Wrap/Unwrap.

Gerade in diesem Feld werden Mitwirkungs- und Aufzeichnungspflichten besonders relevant. Entscheidend ist nicht nur, dass Daten existieren, sondern dass sie prüfbar strukturiert sind.

Die 5 DeFi-Baustellen, an denen Dokumentation scheitert

  • 1. Historische State-Rekonstruktion (Stichtag): Bestände zum 31.12. sind nicht der heutige Saldo, sondern der Zustand zu einem definierten Zeitpunkt.
  • 2. Multi-Chain-Verteilung: Ethereum, L2s, Solana, Polygon, Base und weitere Chains liefern unterschiedliche Datenmodelle und Explorer-Formate.
  • 3. DeFi-Positionen sind keine reine Token-Balance: LP-Tokens, Lending-Deposits und Staking-Receipts müssen in die zugrunde liegenden Ansprüche übersetzt werden.
  • 4. Preisdaten und EUR-Umrechnung: illiquide Tokens, fehlende Preisfeeds oder späte Listings erschweren konsistente Bewertungslogik.
  • 5. Ownership: Bei Self-Custody muss die Zuordnung der Wallets plausibel belegt werden (z. B. Signatur plus Transaktionspfade).

So dokumentierst du DeFi prüfbar (Workflow)

  • Schritt 1 - Wallet-Inventar: Liste aller Wallets je Chain (Adresse, Bezeichnung, Purpose) und Ownership-Beleg je Wallet erstellen (Signatur oder CEX-Withdrawal-Beleg).
  • Schritt 2 - Ereignisse statt Rohdaten strukturieren: Swap, Add/Remove Liquidity, Borrow/Repay sowie Rewards als lesbare Ereignislogik mit Tx-Hash darstellen.
  • Schritt 3 - Stichtagsbestände (31.12.) herleiten: Token-Balances je Wallet, DeFi-Position am Stichtag inklusive möglichem Underlying-Breakdown, plus Kursquelle und EUR-Methodik dokumentieren.
  • Schritt 4 - Plausibilitäts-Checks: Zuflüsse/Abflüsse gegen Exchange-Daten prüfen, Transfers korrekt markieren und Anfangsbestand + Netflow = Endbestand nachvollziehen.

Produkt-Hook: Historische Balances + Doc-Wizard als DeFi-Übersetzer

Ein Tool, das Stichtagsbestände über Chains konsistent berechnet und daraus ein lesbares Dokument mit Wallet-Liste, Summen, Kursquelle und Hash-Referenzen erzeugt, bringt DeFi aus der Blackbox in eine prüfbare Struktur.

CTA-Bausteine

  • DeFi-Wallets prüfen: Stichtagswerte + Multi-Chain-Aggregation
  • Finanzamt-PDF für DeFi erstellen (Wallets, Stichtag, Hashliste, Summen)

Snippet-FAQ

Warum gilt DeFi als besonders nachweispflichtig?

Weil kein zentraler Intermediär vollständige Jahresauszüge liefert und die Mitwirkungs- sowie Aufzeichnungspflichten dadurch besonders ins Gewicht fallen.

Muss ich jede einzelne Transaktion erklären?

Nicht als Roman, aber die Ereignislogik muss nachvollziehbar sein, zum Beispiel als Swap, Transfer, Claim, Borrow oder Repay.

Wie dokumentiere ich LP-Positionen für das Finanzamt?

LP-Positionen sollten als Ereignisse mit Add/Remove-Liquidity-Logik, Tx-Hash und nachvollziehbarer Herleitung der zugrunde liegenden Assets dokumentiert werden.

Quellen

Nachweise direkt vorbereiten

Wallet-Adresse eingeben, Stichtag wählen, CSV/Word-Nachweise exportieren.