Balance Proof

Krypto-Nachweispflichten: Diese Unterlagen musst du für das Finanzamt liefern können

Veröffentlicht: 2026-02-25 · Aktualisiert: 2026-02-25 · 10 Min.

Viele Probleme entstehen nicht, weil jemand die Grundregeln nicht kennt, sondern weil Daten fehlen oder nicht prüfbar sind.

Mit der stärkeren Fokussierung auf Mitwirkung und Aufzeichnung (BMF 2025) ist Dokumentation faktisch Teil der Steuerstrategie.

Das Minimum: Was pro Transaktion dokumentiert sein sollte

Für eine prüfbare Dokumentation solltest du je Vorgang mindestens folgende Informationen vorhalten:

  • Datum und Uhrzeit (oder Tagesbezug, wenn du Tageskurse nutzt)
  • Asset, Menge und Gegenasset (bei Swaps)
  • EUR-Umrechnung inklusive Kursquelle
  • Gebühren inklusive Asset und Berechnungsmethode
  • Wallet- und Exchange-Zuordnung
  • Tx-Hash (On-Chain) oder Order-/Transaction-ID (CEX)

Welche Nachweise akzeptiert werden (Praxis)

  • 1. CEX/Börsenunterlagen: CSV-Exporte (Trades, Deposits/Withdrawals, Fees), Jahresreports (falls vorhanden), Screenshots nur ergänzend.
  • 2. On-Chain-Belege: Explorer-Daten (Tx-Hash, Blockzeit, From/To, Token-Transfers) sowie Contract-/Adressinformationen bei Tokens.
  • 3. Wallet-Belege (Ownership): signierte Nachricht, CEX-Abhebungsbeleg auf Zieladresse, Wallet-Backup/Export im datenschutztechnisch vertretbaren Umfang.
  • 4. Steuerreports: hilfreich bei Vollständigkeit und Schlüssigkeit; sie ersetzen keine Rohdaten, sondern strukturieren sie.

Was bei Lücken passiert (und warum das riskant ist)

Wenn Anschaffungskosten nicht nachweisbar sind, drohen Schätzungen. In der Praxis kann dadurch der steuerpflichtige Gewinn deutlich höher ausfallen, als er real war.

Das Risiko ist besonders hoch bei alten Accounts, insolventen Börsen oder verlorenen API-Zugängen.

Muster: So sieht ein finanzamt-tauglicher Nachweis-Ordner aus

Empfohlene Ordnerstruktur:

  • 1. 00_readme: Kurslogik (Quelle, Tageskurs vs. Zeitpunkt), Liste aller Wallets/Exchanges, verwendete Steuersoftware und Settings (z. B. FIFO, Wallet-Scope).
  • 2. 01_wallets: Wallet-Liste (Adresse, Chain, Bezeichnung) und Ownership-Belege (Signatur/Withdrawals).
  • 3. 02_exchanges: CSVs (Trades, Deposits, Withdrawals) und vorhandene Kontoauszüge/Bestätigungen.
  • 4. 03_onchain: Tx-Hash-Liste für das Steuerjahr sowie relevante Exporte je Chain.
  • 5. 04_reports: Steuerreport (PDF/CSV) plus Plausibilitätschecks (z. B. Anfangsbestand + Zuflüsse - Abflüsse = Endbestand).

Produkt-Hook: Doc-Wizard als Ordnungssystem

Ein Doc-Wizard, der Wallets erfasst, Stichtagsbestände berechnet und daraus ein strukturiertes Nachweis-PDF erzeugt, löst den praktischen Flaschenhals aus Ordnung, Stichtag und Nachvollziehbarkeit.

CTA-Bausteine

  • Nachweis-Paket erstellen: Wallets + Stichtag + Summen + Kursquelle
  • Stichtagswerte zum 31.12. berechnen (alle Wallets aggregiert)

Snippet-FAQ

Muss ich auch ohne Trades etwas liefern?

Ja. Rückfragen können sich auch auf Bestände und Stichtage beziehen.

Reicht ein Screenshot?

Als Ergänzung ja, als alleinige Dokumentation meist nicht, weil Screenshots nicht zuverlässig maschinenprüfbar sind.

Welche Unterlagen sollte ich zuerst sichern?

Priorität haben vollständige Exchange-Exporte, Wallet-Listen mit Ownership-Belegen und die On-Chain-Hashliste für das Steuerjahr.

Quellen

Nachweise direkt vorbereiten

Wallet-Adresse eingeben, Stichtag wählen, CSV/Word-Nachweise exportieren.